Kuss-Quartett

Weltberühmtes Quartett besucht Schule in Köln!
Am Mittwoch, 29.11. um 10 Uhr, wird das renommierte Kuss-Quartett eine Schule in Köln besuchen: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kreuzgasse, Vogelsanger Straße 1, freuen sich auf die Künstler, die im Rahmen des bundesweiten, vom Pianisten Lars Vogt gegründeten Projekts Rhapsody in school ehrenamtlich mitmachen.
Sie werden nicht nur Stücke aus ihrem Repertoire spielen, sondern auch auf vorbereitete Fragen der Schülerinnen und Schüler eingehen.
Dank der Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder (zu deren Netzwerk „Kinder zum Olymp!“ wir zählen) und der PwC-Stiftung können wir wunderbare Künstler an Schulen vermitteln (von Julia Fischer über Emmanuel Pahud bis Tabea Zimmermann, um nur einige zu nennen). Sie arbeiten ehrenamtlich und versuchen durch ihre Schulbesuche, Kinder und Jugendliche zu motivieren, auch einmal ein Instrument zu erlernen oder klassische Konzerte anzuhören.
Näheres über das Projekt finden Sie unter: www.rhapsody-in-school.de
Informationen über das Quartett, das am Vorabend (28.11., 20 Uhr) im Sendesaal des Deutschlandfunks ein Konzert mit Werken von Haydn, Lachenmann und Schumann geben wird, entnehmen Sie bitte seiner Website www.kuss-quartett.de

Wir würden uns über Ihr Interesse sehr freuen und melden Ihren Besuch gerne bei der Schule an.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine von Imhoff
Projektleitung Rhapsody in school
Tel. 0221/481474
Mobile: 0172-2635256

 
Köln, den 05.12.2006 KULTUR
Schnarchen nach Noten
Das Kuss Quartett gab ein fabelhaftes Konzert im Deutschlandfunk und eine spannende Musikstunde im Gymnasium Kreuzgasse.
VON MARIANNE KIERSPEL
Innenstadt - Im Gymnasium Kreuzgasse nehmen Schüler das Kölner Kulturangebot wahr. Sie nutzen Jugendprojekte der Philharmonie, arbeiten mit Bläsern der Rheinischen Musikschule und Studierenden der Musikhochschule. Beliebt ist auch das Projekt "Rhapsody-in-School": Das Angebot bringt Schüler direkt in Kontakt mit großen Musikern. 2005 war der Cellist Alban Gerhardt zu Besuch. Jetzt lud Musiklehrerin Anke Himmelreich das junge Kuss Quartett ein.
Die preisgekrönte Gruppe, benannt nach der ersten Geigerin Jana Kuss, schaffte es, die Ohren der Schüler für die unbekannte Gattung Streichquartett zu öffnen. Dass die Hälfte der Schüler selbst ein Instrument lernt, erleichterte vieles. Diese "Kenner" nämlich hörten besonders gut zu und fragten gezielt nach. Am Vorabend hatte das Kuss Quartett verwöhnte Kammermusikfans im Deutschlandfunk mit Quartetten von Joseph Haydn (op. 20,2) und Robert Schumann (op. 41,1) begeistert.
Für Helmut Lachenmanns sprödes Streichquartett von 2002 wurde zumindest Neugier geweckt, auch dank einer geschickten Ansprache des Geigers Oliver Wille. Im Schulzimmer erzählte er einiges über Haydns und Schumanns Leben, damit weckte er das Interesse der Schüler. Vor allem aber spielte das Quartett prägnant, beziehungsreich ausgesuchte Auszüge aus den genannten Werken. So luden die Streicher ein, bei Haydn und Schumann Sätze im tänzerischen Sechsachteltakt zu vergleichen. Wie im Deutschlandfunk provozierte Lachenmanns Streichquartett. Es heißt "Grido", zu Deutsch: Schrei. "Der Komponist will hier Grenzen zwischen Ton und Geräusch überspielen, ohne Hilfe elektronischer Verzerrer," erklärte Wille. "Er behandelt die vier Streichinstrumente, anders als in Klassik und Romantik, als einzigen Klangkörper mit 16 Saiten." Es fiel auf, dass sich etliche Jugendliche auf Lachenmanns Geräuschkunst und auf seine Ziele einließen, trotz unorthodoxer Behandlung der Instrumente. Viele Schüler stellten ihre Fragen: Wie erzeugt man das Rauschen, die Schnarcher? Wie schreibt man solche Geräusche auf? Wie sehen die Noten aus? Die Musiker antworteten gern und ließen Details hören. So präsentierten sie auf die fortgeschrittene Frage, ob das moderne Werk klassische Stilmittel aufweise, prompt ein Stück Walzer aus Lachenmanns "Schrei". Den dürfte im Konzert kaum jemand sofort erkennen, hier animierte er zum Kichern. Aber wozu hat man Profis? Das Quartett arbeitete den Walzer heraus, mit Freude an der Novität, in die sie viel Probenzeit investiert haben. "Woher wisst ihr, ob ihr alles richtig spielt", fragte ein Kind. "Lachenmann selbst hat mit uns in Berlin zwei Tage gearbeitet", so Wille. "Problematischer ist es, wenn man die Komponisten nicht mehr fragen kann. Aber es gibt auch Stücke, mit denen man nie fertig ist. Das zeigt ihre Qualität."
Letzte Frage: "Hat zeitgenössische Musik ein Publikum?" Dazu Sabine von Imhoff, die solche "Rhapsody"-Schulbesuche bundesweit organisiert: "Gestern im Deutschlandfunk sprachen die Leute in der Pause vor allem über Lachenmann. Manche gingen auch auf die Bühne, sie wollten, wie ihr, einen Blick in die Noten werfen. Übrigens könnt ihr das Konzert im Radio hören, am 12. Dezember um 21.05 Uhr im DLF."
www. rhapsody-in-school.de
www.kuss-quartett.de  

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